Zerstörung des Regenwaldes am Amazonas‎ steigt wieder

14. September 2013
By | Source: Greenpeace Blog

Zum morgigen Tag des Tropenwaldes erreichen mich schlechte Nachrichten aus Brasilien: Die Zerstörung des Regenwaldes im Amazonas ist wieder gestiegen. In den letzten Jahren war die Entwaldung und Waldzerstörung langsam aber stetig zurückgegangen.

Das brasilianische Institut für Weltraumforschung (INPE) veröffentlichte diese Woche Daten über die letzten drei Monate des vergangenen Messjahres. Die Auswertung beruht auf Satellitenbildern und zeigt, dass der Trend zur Entwaldung des Regenwaldes am Amazonas deutlich gestiegen ist.

Alleine in der Provinz Mato Grosso zeigen die kompletten Analysen in den Monaten August 2012 bis Juli 2013 eine Waldvernichtung von 276.500 Hektar‎. Holzfirmen zerstören häufig illegal den Urwald, er muss neuen Rinderweiden weichen oder dem Bau von Straßen. In der Provinz Para wurden durch Sojafelder und die voranschreitende Asphaltierung der Bundestrasse BR 163 unglaubliche 78.700 Hektar Wald zerstört. Alleine in den letzten drei Monaten knapp 30.000 Hektar.

Das letztes Jahr geänderte und geschwächte Waldgesetz in Brasilien gibt den Großfarmern und Holzfirmen jene Anreize zur steigenden Waldzerstörung — auch in Schutzgebieten. Im Süden des Bundesstaates Amazonas sind Holzfirmen auf der Jagd nach teurem Edelholz wie etwa der Holzart Ipe, das vor allem als Terrassenholz angeboten wird. Oft findet die Waldzerstörung illegal statt. In Der Provinz Para konnte ich selber letztes Jahr mit anderen Greenpeace-Aktivisten solch einen Einschlag aufspüren und den Fall bei den Behörden zur Anzeige bringen. Dieser Raubbau ist für knapp ein Drittel der Waldzerstörung verantwortlich. Das ergeben die vom INPE veröffentlichten Daten sowie Untersuchungen der Umweltbehörde IBAMA aus den letzten Monaten.
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‎Der sich in den letzten Jahren gezeigte Trend einer abnehmenden Entwaldung ist also keine Einbahnstraße. Obwohl zum Beispiel Initiativen wie das bereits 2006 von Greenpeace initiierte Soja-Moratorium dazu beigetragen haben, die Entwaldung zu bremsen, ist weiter volle Wachsamkeit und Engagement für den Waldschutz gefordert. Die Notwendigkeit von Null-Entwaldung ist unbestritten: Um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten, um das dramatische Artensterben zu bremsen, und um den Millionen Menschen die in und vom Intakten Regenwald leben, weiterhin eine Lebensperspektive zu geben.

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