Am vergangenen Sonntag ist die japanische Fangflotte von ihrem Heimathafen Shimonoseki in See gestochen. Ziel sind die nordpazifischen Gewässer, in denen sie in den kommenden Wochen insgesamt 260 Großwale, darunter Minke-, Pott- und Seiwale, schießen werden. Dies teilte das japanische Institut für Walforschung, ICR mit, das im Namen der japanischen Regierung das Walfangprogramm leitet.
Es sollen also wieder Wale im Namen einer höchst fraglichen Wissenschaft sterben und Daten produziert werden, die keiner braucht.
Beispiele gibt es zur Genüge:
- Als Ergebnis des antarktischen Walfangprogramms JARPA wurde die Abnahme der Dicke der Speckschicht von Minkewalen präsentiert. Man schloss daraus einen Rückgang der Krillbestände, der Nahrungsgrundlage dieser und auch aller anderen Walarten der südpolaren Gewässer. Schließlich stellte sich heraus, dass es sich bei den Berechnungen um einen statistischen Fehler handelte und die Aussage wurde flugs zurückgezogen.
- Ein weiteres Ergebnis der japanischen Walforschung: die Minkewale in der Antarktis fressen Krill und nichts anderes als Krill. Das tun sie schon immer und wenn man sie lässt, werden sie das auch immer tun. Man braucht zur Bestätigung dieser Aussage keine Minkewalmägen aufzuschneiden, so wie es die japanischen Walfänger alljährlich wieder tun. Vielfach wurde unter anderem von der deutschen Delegation darauf hingewiesen, dass sämtliche Forschungsarbeiten an Walen durchführbar wären, ohne die Tiere töten zu müssen. Doch daran hat die japanische Regierung kein Interesse, da dann ja die Walfleischquelle für den künstlich am Leben gehaltenen Markt in Japan versiegen würde.
Am 11. Juli beginnt die Hauptverhandlung der Internationalen Walfangkommission und man darf gespannt sein, ob die japanische Delegation dort die Weiterführung ihres antarktischen Forschungsprogrammes bekannt gibt oder ob von Seiten der Walschützer gefeiert werden darf.

