Zwölf Aktivisten von Greenpeace Polen sind gestern auf den Kühlturm des Braunkohlekraftwerks Turów geklettert, um gegen die Holzverbrennung in Kohlekraftwerken zu protestieren. In den polnischen Kohlekraftwerken werden jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen Holz mitverbrannt.
Die gemeinsame Verbrennung von Holz und Kohle ist Waldzerstörung im Kohlekraftwerk – und wird keineswegs nur in Polen praktiziert. RWE importiert jedes Jahr 750.000 Tonnen Holzpellets aus den USA für die Verbrennung in europäischen Steinkohlekraftwerken. Vattenfall erntete im vergangenen Jahr sehr viel Kritik für seine Pläne, Holz aus Liberia für Berliner Kraftwerke zu importieren. Bis 2015 möchte Vattenfall 4 bis 5 Millionen Tonnen Holz in Kohlekraftwerken und riesigen Biomasse-Kraftwerken verbrennen. Und auch Polen muss inzwischen Holz importieren, um den wachsenden Bedarf decken zu können.
In einigen Ländern wie Polen, Groß-Britannien und den Niederlanden gilt die Holzverbrennung in Kohlekraftwerken als grüne Energie und wird sogar staatlich gefördert.
Dabei erreichen alte Kohlekraftwerke nur einen Wirkungsgrad von ca. 30 Prozent — und selbst bei den modernsten Kraftwerken lässt sich der Wirkungsgrad nur auf 45 Prozent steigern. Die Verbrennung von Holz im Kohlekessel ist eine gigantische Verschwendung wertvoller Ressourcen. Die gleiche Menge Biomasse würde in kleinen und neuen Kesseln doppelt so viel Energie bringen!
Der steigende Holzbedarf der Kohlekraftwerke ist eine wichtige und unterschätzte Ursache für den zunehmenden Nutzungsdruck auf die Wälder. In den vergangenen Wochen hat Greenpeace im Spessart-Waldcamp dokumentiert, wie ökologisch wertvolle, alte Buchenbestände für den Export eingeschlagen werden. Diese Übernutzung der Wälder wird weiter zunehmen, wenn die Energiekonzerne die Holzverbrennung in Kohlekraftwerken wie geplant ausweiten. Dabei sind unsere Wälder eindeutig zu wertvoll, um in ineffizienten Kohlekraftwerken verheizt zu werden. Ein weiterer Grund endlich aus der Kohleverstromung auszusteigen.



