UN-Preis für Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald

30. Oktober 2013
By | Source: Greenpeace Blog

Mischwald im Schwarzwald.

Am vergangenen Sonntag hat der von Greenpeace unterstützte Verein “Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald e.V.” in Osnabrück von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt den Preis “Projekt des Jahres 2013″ der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011-2020 erhalten. Die Fachjury des UN Dekade-Wettbewerbs wählte den Verein unter 100 weiteren Projekten aus, weil er sich für die Bewahrung naturbelassener und urwüchsiger Wälder einsetzt.

Die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins aus dem Nordschwarzwald unterstützen seit der Vereinsgründung Ende 2011 unermüdlich die Einrichtung des ersten Nationalparks in Baden-Württemberg. Das von der grün-roten Landesregierung geplante Projekt für ein Großschutzgebiet von 10.000 Hektar im Nordschwarzwald soll Anfang 2014 Wirklichkeit werden.

Der Freundeskreis gibt den Befürwortern in der Region um Baiersbronn, Baden-Baden und Bad Wildbad eine Stimme. Zusammen mit dem Nabu Baden-Württemberg unterstützt Greenpeace den Verein von Anfang an, um sein Wirken für einen Nationalpark im Südwesten auch über die Region hinaus bekannt zu machen.

Bundesumweltminister Peter Altmaier würdigte den Einsatz für die Einrichtung des ersten Nationalparks in Baden-Württemberg: “Wir brauchen Menschen, die sich mit Leib und Seele für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen und gleichzeitig dialogoffen bleiben. Ich gratuliere dem Freundeskreis herzlich zu der Auszeichnung als Projekt des Jahres 2013 der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Das ist ein beachtlicher Erfolg.”

Thomas Fritz, Sprecher des “Freundeskreises Nationalpark Schwarzwald”, nahm stellvertretend für den Verein die Auszeichnung entgegen. “Die Nachricht über diese besondere Auszeichnung hat unseren jungen Verein
elektrisiert. Sie zeigt uns, dass die unzähligen Stunden, die wir alle
ehrenamtlich für unseren Traum eines Nationalparks im Schwarzwald einbringen, gut angelegt sind”, freute sich Fritz. Altmaier konnte aus terminlichen Gründen nicht an der eigentlichen Verleihung teilnehmen, sagte den Vertretern des Freundeskreises aber einen besonderen Empfang im Umweltministerium in Berlin zu.

Aus Verärgerung über die Verleihung trat der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), Michael Rolland, aus der Fachjury der UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland aus. “Wir können die Auszeichnung des ideologisch geprägten Projekts zur Einrichtung des Schwarzwald-Nationalparks nicht mittragen und bedauern, dass nicht stattdessen eines der vielen Projekte mit intelligenten sowie integrativen Ansätzen ausgezeichnet wurde. Die Auszeichnung ist das völlig falsche Signal an die Gesellschaft”, sagte Rolland. Stattdessen fordert die AGDW eine intensivere Nutzung heimischen Holzes, um Holzimporte zu reduzieren.

Angesichts der wenigen noch verbliebenen aber stetig schwindenden naturnahen Waldflächen in Deutschland kann eine solche Aussage durch Greenpeace nur als völlig realitätsfremd, naturschutzfeindlich und rückwärtsgewandt zurückgewiesen werden. Denn neben der Natur als Refugium für seltene Arten braucht die Gesellschaft in Zukunft solche Urwälder von morgen, damit sie in Zeiten des Klimawandels von der Natur lernen kann.

(Autor: Luis Scheuermann)

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