“Lieber Wladimir…” – Paul McCartney schreibt Präsident Putin

14. November 2013
By | Source: Greenpeace Blog

Gastbeitrag von Elena Polisano, Greenpeace Großbritannien

Die Unterstützung für die Arctic 30 hat die Sphären der Popmusik erreicht. Und zwar auf eine wirklich gute Weise. Sir Paul McCartney hat soeben todsicher dafür gesorgt, mein Lieblings-Beatle zu werden.

Sir Paul hat heute auf seiner Webseite einen persönlichen Brief an Wladimir Putin veröffentlicht, in dem der Ex-Beatle fordert, dass die Arctic 30 zurück zu ihren Familien dürfen. Diese Nachricht von ihm ist heute in meinem Twitter-Feed aufgetaucht:

(“Grüße aus Japan: Schaut euch meinen Brief an Präsident Wladimir Putin an, auf den er noch nicht geantwortet hat”)

In poetischen Worten fordert Sir Paul in seinem Brief an Putin, die 28 Greenpeace-Aktivisten und zwei freischaffenden Journalisten freizulassen. Die Arctic 30 sind immer noch in St Petersburg eingesperrt, gegen sie laufen absurde Anklageverfahren wegen Rowdytums und Piraterie. Sie wurden vor neun Wochen festgenommen nach einem friedlichen Protest gegen Ölbohrungen in der Arktis.

Als erstes dachte ich: Wow, das sind ziemlich ungewöhnliche Brieffreunde. Dann habe ich gehört, dass Sir Paul und Putin sich tatsächlich schon einmal im Kreml getroffen haben. Diese Zeile aus seinem Brief gefällt mir am besten:

Vor 45 Jahren habe ich einen Song über Russland für das Weiße Album geschrieben; damals war es nicht gerade angesagt für uns Engländer, was Nettes über Ihr Land zu sagen. Der Song enthält einige meiner Lieblingszeilen von den Beatles: “Been away so long I hardly knew the place, gee it’s good to be back home.” (Ich war so lange weg, dass ich den Ort kaum noch kannte — Mann, ist das toll, zurück zu sein”). Könnten Sie diese Zeilen für die Greenpeace-Aktivisten wahr machen?

Das ist eine sehr gute Frage — egal, ob man jetzt Beatles-Fan ist oder nicht. Und Wladimir Putin ist ganz sicher ein Fan. 2003 hat Sir Paul vor 100.000 Menschen — unter ihnen auch der Präsident — ein Konzert auf dem Roten Platz in Moskau gegeben. Deshalb ist es hochinteressant zu lesen, wie Sir Paul McCartney in seinen eigenen Worten die weltweite Empörung über die Untersuchungshaft für die Arctic 30 beschreibt:

Wladimir, Millionen Menschen in vielen Ländern wären unendlich dankbar, wenn Sie einschreiten würden, um diese Angelegenheit zu beenden. Ich verstehe natürlich, dass die russischen Gerichte und die russische Präsidentschaft zwei getrennte Bereiche sind. Trotzdem frage ich mich, ob es für Sie möglich wäre, zu tun, was in Ihrer Macht steht, damit die Inhaftierten wieder mit ihren Familien zusammenkommen?

Es ist mittlerweile ein Monat her, dass Sir Paul an Präsident Putin geschrieben hat. Heute morgen, nachdem er den Brief auf seiner Webseite veröffentlicht hatte, verschickte er dann diese Tweets:

(Der russische Botschafter hat freundlicherweise geantwortet, dass ihre Situation “nicht angemessen von der Weltpresse dargestellt wird” … Es wäre großartig, wenn dieses Missverständnis gelöst und die Aktivisten bis Weihnachten bei ihren Familien sein könnten)

Den letzte Tweet schloss Sir Paul mit den Worten:

“We live in hope. Paul McCartney”

Ich kann es kaum erwarten, dass unsere mutigen Freunde frei sind, damit ich ihnen erzählen kann, wie eine der berühmtesten Pop-Ikonen des zwanzigsten Jahrhunderts Präsident Putin in einem Brief aufgefordert hat, sie nach Hause zu lassen.

Ich werden den ganzen Tag “Back in the USSR” vor mich hersummen.

Den ganzen Brief könnt ihr hier lesen.

Tags: , , , ,