Kanada trommelt für grausame Robbenjagd

Rechtzeitig vor dem Start der kommerziellen Robbenjagd Ende März in Kanada präsentiert der Interessenverband “Seals And Sealing Network” die Ergebnisse einer Umfrage, wonach 70 Prozent der Kanadier die Robbenjagd billigen. 22 Prozent erklären, dass die Robbenjagd ausschließlich den Ureinwohnern vorbehalten bleiben sollte.

Für die Jagd gibt die Regierung jedes Jahr rund 300.000 Sattelrobben zum Töten frei. Seit Europa, Russland, Taiwan und andere Länder Importverbote für Robbenprodukte erlassen haben, steckt die kanadische kommerzielle Robbenjagd in einer Krise. Gegen die Importverbote hat die kanadische Regierung zwar bei der WTO (Welthandelsorganisation) Klage eingereicht. Die WTO erklärte, dass sie die Verbote nicht billige, aber wegen übergeordneter Gesichtspunkte des Tierschutzes gelten lasse.

52 Prozent der Kanadier wünschen sich von der Regierung, dass sie auf die Importverbote mit Sanktionen antwortet.

Bei der öffentlichen Diskussion der Umfrage kamen einige interessante Zahlen ans Tageslicht. So zeigte sich, dass die von der Regierung immer wieder ausgespielte Karte, dass die Importverbote die Existenz der Inuit bedrohten, nicht ernst zu nehmen ist. Die Inuit töten jedes Jahr nicht mehr als 1.000 Sattelrobben, die sie ganz und gar für sich verwerten. Das heißt, sie essen auch das Fleisch und nutzen das Fell. Die kommerzielle Robbenjagd dagegen wirft das Fleisch der Tiere weg.

Darüber hinaus jagen die Inuit jedes Jahr rund 10.000 Ringelrobben, ebenfalls für den eignen Konsum. Aber das EU-Handelsverbot nimmt die Inuit auch generell aus.

Ulrich Schnapauff

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