Hiroshima Jahrestag!

8. August 2013
By | Source: Greenpeace Blog

Jannik Hauke ist 25 Jahre alt und kommt aus Hildesheim. Dort studiert er Soziale Arbeit. Seit etwa drei Jahren ist er in der Anti-AKW-Bewegung aktiv. Bei einem Besuch der ehemaligen Vorsitzenden der BI Lüchow Dannenberg im Wendland, lernte er drei Japaner kennen. Die japanischen Anti-Atom-Aktivisten luden ihn nach Japan ein.

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Von links: Kayoko, Ich, Sascha, Nichida

Nach einer für mich fast schlaflosen Nacht, ging es um kurz vor sechs Uhr in die Straßenbahn. Wir fuhren zum Atomic Bomb Dome. Dort hatten sich schon viele Menschen versammelt und stimmten sich auf die Demo ein.

Es war heiss und mein Kreislauf machte mir zu schaffen. Kurz nach acht Uhr konnte ich meine kurze, kämpferische Rede vor etwa 500 Menschen halten., Sascha übersetzte sie für mich ins Japanische. Auf der Demo lernten wir viele neue Aktivisten kennen. Es war toll!

In Gesprächen mit den Aktivisten erfuhr ich das Premieminister Shinzo Abe die offizielle Gedenkveranstaltung besuchen wird. Das argerte viele Demoteinehmer sehr, weil er Atomenergie fördern und exportieren möchte. Wir waren uns einig, das es keinen Unterschied zwischen der Bombe und der “zivilen Nutzung” der Atomenergie gibt.

Der erste Demozug ging los, dem sich etwa 800 Menschen anschlossen.

Der erste Demozug, dem sich etwa 800 Menschen anschlossen, ging vom Atomic Bomb Dome durch die Stadt, zum Hauptsitz von Energia. Das ist der lokale Energiekonzern. Energia ist derzeit im Besitz von einigen abgeschalteten Atomkraftwerken. Aber sie planen diese Reaktoren wieder anzufahren.

Wir waren angemeldet, dem Konzern unsere Forderungen und Bedenken vorzutragen. Auch Sascha und ich hielten jeweils einen kurzen Vortrag. Die Vertreter von Energia, nahmen es höflich zur Kenntnis und notierten alles. Sie standen dort mit absolut starrer Miene, versprachen aber, das Vorgetragene ihrem Chef zu präsentieren.

Später gingen wir mit Freunden etwas essen, um uns für die nächste Veranstaltung zu stärken. In einer riesigen Sporthalle fand eine Versammlung statt bei der ich eine Fahne überreicht bekommen habe. Diese Fahne soll die Solidarität und Zusammenarbeit zwischen der deutschen und der japanischen Anti-AKW-Bewegung stärken.

Bei Energia herrschte eine sterile Atmosphäre.

Der nächste Tag war etwas ruhiger und wir hatten Zeit zum Sigthseeing. Es ging auf die Insel Miyajima bei Hiroshima. Dort tapsten handzahme Rehe durch die Landschaft und luden zum Streicheln ein. Abends ging es in das kleine Hiroshima Museum der Insel. Dort trafen wir und mit Studenten aus Hiroshima mit den wir uns sehr lebhaft ausgetauscht haben.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Nagasaki. Dort gibt es am 09.08. eine Versammlung, auf der ich wieder einen Vortrag halten soll. Ich bin etwas genervt, weil ich mir eine Klimaanlagenerkältung zugelegt habe. Aber davon lasse ich mich nicht unterkriegen!

Danketsu, Ganbaro!
(Solidarität, kämpfen wir gemeisam)

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