Herakles-Palmölprojekt bedroht Artenviefalt

16. September 2013
By | Source: Greenpeace Blog

Die Firma Herakles sorgt mit ihrem Palmölplänen in Kamerun einmal mehr für Negativ-Schlagzeilen. Auf dem Gebiet, auf dem Herakles eine riesige Plantage für den Anbau von Palmöl anlegt, haben Forscher eine ausgesprochen hohe Artenvielfalt in einer Studie dokumentiert. Das Paradoxe ist: Das gleiche Gebiet wurde in einer Herakles-Biodiversitätsstudie als “wenig bedeutsames Areal” beschrieben. Doch die Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und der München haben dort zahlreiche bedrohte Arten entdeckt, darunter Arten, wie der nigeria-kamerun Schimpanse, rote Stummelaffen und die seltenen Drills. Drills sind eine Primatenart, die den Meerkatzen zugehören.

Das Herakles-Palmölprojekt ist höchst umstritten: Das geplante Gebiet umfasst etwa die Fläche Hamburgs und droht, eine ökologisch hochsensible Region zu zerstören. Dutzende Dörfer sind von dem Großprojekt betroffen, für sie fällt der Wald als Erwerbs- und Nahrungsquelle größtenteils weg.

Jetzt gibt es neue Hinweise dafür, dass Herakles illegal Wald gerodet hat, obwohl die kamerunische Regierung ein Moratorium verhängt hatte. Die Firma hatte zeitgleich in einer Pressemitteilung kundgegeben, sie habe die Arbeiten in dem Gebiet eingestellt, es liegen jedoch gegenteilige Beweise vor. Zudem besitzt Herakles keine Lizenz, selbst Holz zu fällen.

Palmöl-Plantage der Herakles-Farm (c) Jan-Joseph Stok / Greenpeace

Palmöl-Plantage der Herakles-Farm (c) Jan-Joseph Stok / Greenpeace

Die kamerunische Regierung muss eingreifen, denn Kamerun hat ein sogenanntes “Voluntary Partnership Agreement” (VPA) mit der EU abgeschlossen. Diese Partnerschaftsabkommen (EU-Verordnung Nr. 2173/2005) sind ein langjähriger Prozess mit dem Ziel, in den holzproduzierenden Ländern, wie zum Beispiel Kamerun, Reformen zu unterstützen, die den illegalen Holzeinschlag vor Ort eindämmen. Gleichzeitig sollen sie gewähren, dass das Holz, welches in die EU importiert wird, legal ist. Dafür wird in den Partnerländern ein Genehmigungs- und Lizenzsystem eingerichtet, um so zu gewährleisten, dass nur legal geschlagenes Holz aus dem jeweiligen Land exportiert wird. Die Länder erhalten parallel Unterstützung bei der Verbesserung ihrer Kapazitäten in den Bereichen Waldbewirtschaftung und Rechtsdurchsetzung. Einige Studien deuten darauf hin, dass der Ansatz sehr positiv sein kann. Firmen wie Herakles unterminieren jedoch diese Bemühungen.

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