Greenpeace-Aktivisten steigen den Bayerischen Staatsforsten aufs Dach

26. April 2012
By | Source: Greenpeace Blog

Verdunkelungsgefahr in Regensburg: Der Tag in Bayern begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein. Der Vorstand der BaySF hatte sich bestimmt auch über das tolle Wetter gefreut und sicher nicht damit gerechnet, dass es heute dunkel vor ihren Fenstern werden würde.

Dabei kennen sich die BaySF eigentlich gut mit Verschleierungstaktiken aus. Gegen die Verheimlichung von Daten über öffentliche Wälder in Bayern protestierten deshalb Greenpeace-Aktivisten heute in Regensburg. An der Zentrale der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) haben Kletterer ein Banner mit der Forderung: Grüß Gott, BaySF Vorstand, stoppt die heimliche Zerstörung alter Buchenwälder! ausgerollt. Durch die beeindruckende Größe ist ein knappes Viertel des Gebäudes verdeckt.

Bereits wenige Minuten, nachdem das Banner entrollt war, kam der erste Mitarbeiter aus dem Gebäude. Ein wenig verschmitzt teilte er uns mit, die BaySF habe uns schon früher erwartet: “Sie sind spät dran, wir dachten schon vor Wochen, dass sie hier bald auftauchen!”. Aber hey, wer wochenlang bei zweistelligen Minusgraden den Wald kartieren muss, weil die BaySF diese Daten verheimlichen, der darf auch mal auf Sonnenschein warten, um zu protestieren.

Warum geben die BaySF ihre Daten nicht heraus? Das fragte sich Greenpeace auch. Gibt es etwas zu Verheimlichen im bayerischen Wad? Bereits vor Monaten fragte Greenpeace die Daten an und berief sich dabei auf das Umweltinformationsgesetz: Danach haben Behörden die Pflicht, alle “Umweltinformationen, die für ihre Aufgaben von Bedeutung sind”, zu veröffentlichen. Der Bürger soll sich dadurch zum Anwalt der Umwelt machen können. Ein Anwalt ist nun auch für die BaySF vonnöten: Greenpeace reicht heute Klage gegen die BaySF beim Verwaltungsgericht in Regensburg ein. Kurz konnten wir dann auch noch den Vorstandsvorsitzenden, Herrn Freidhager, sprechen und ihn persönlich von dieser Klage in Kenntnis setzen.

Bisher kam von den BaySF auf die Frage nach den Daten — nichts. Lediglich die Begründung: “Hamma ned, wissma ned, gibt’s ned!” Diese Interpretation der drei Affen scheinen die Bayerischen Staatsforsten als Vorbild zu nehmen. Denn wie es um den bayerischen Wald mittlerweile bestellt ist, wollen die BaySF nicht wahrhaben — oder nicht zugeben.

Stellt sich die Frage: Wenn es diese Daten wirklich nicht geben sollte, auf welcher Grundlage sollen dann die Förster arbeiten, die die BaySF in den Wald schicken? Als “Manager der Idylle” bezeichnen sich die BaySF selbst auf ihrer Webseite. Als Mitglied in der  Berufsgruppe der Zahlen-und-Fakten-Jonglierer sollte der Vorstand doch eigentlich eine solide Grundlage zum Arbeiten haben.

Das Banner der Greenpeace-Aktivisten ist übrigens sonnengelb und ließ somit angenehmes Licht in die Büros der Mitarbeiter der BaySF. Diese scheinen aber etwas lichtscheu zu sein, denn nach kurzer Zeit waren alle Rollos heruntergerollt — sind womöglich doch Daten vorhanden, die wir nicht sehen sollten? Wir werden es hoffentlich bald erfahren.

Updates und weitere Fotos folgen in Kürze!

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