Grausiger Fund an der schwedischen Ostseeküste

31. Mai 2012
By | Source: Greenpeace Blog

Verendete Schweinswal – (c) Greenpeace

Meine schwedische Kollegin Susannah schickte mir heute diese Bilder einer Schweinswalkuh (Phocoena phocoena)  mit ihrem Kalb. Die Bilder entstanden Anfang dieser Woche bei einem Spaziergang entlang der schwedischen Ostseeküste.

Auffällig ist zunächst das Seil, das um die Fluke (Schwanzflosse) des Muttertieres gewickelt ist. Dies lässt den Verdacht aufkeimen, dass es sich bei dem Tier um ein Opfer der Fischerei handelt.  Es wurde wahrscheinlich  ein Gewicht an das Tier gebunden, um es am Meeresboden zu halten und so seinen Tod zu vertuschen. Irgendwann riss wohl das Gewicht ab, die Verwesungsgase liessen das Tier an die Oberfläche treiben und die Strömung spülte es dann an den Strand.

Das Kalb ist über die Nabelschnur noch mit seiner Mutter verbunden. Schwer zu sagen ob es während des Todeskampfes seiner Mutter gebohren wurde oder ob es aufgrund der Verwesung aus ihrem Unterleib herausgefallen ist. Das würde erklären warum es anders als das erwachsene Tier noch so gut erhalten ist.
Mutter und Kalb sind Opfer eines tagtäglichen Unfalls in der modernen Fischerei: Sie sind sogenannter “Beifang”. Als solcher werden all jene Meeresorganismen bezeichnet, die “aus Versehen” mit in die Netze geraten, an Bord aussortiert und tot oder sterbend über Bord gekippt werden.  Ich kann und will hier nicht auslassen, wie traurig mich der Anblick dieser Tiere macht. Alles schlägt in Wut um, wenn ich daran denke, wie sehr diese Art besonders in der östlichen Ostsee bedroht ist — dort gibt es nur noch wenige hundert dieser Tiere — und wie wenig für ihren Schutz getan wird.

Gerade die in Deutschland für die Fischerei zuständige Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner ist selbsterklärte Walschützerin. Wieso verhindert ihr Ministerium dann seit Jahren die Einrichtung von Walschutzgebieten, um so auch den Schweinswalen, der einzigen in Deutschland heimischen Walart, den Schutz zu geben, den sie verdienen?

Zu dem Thema gibt es auch einen Podcast mit mir:

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