Fischereimonster Margiris plant Beutezug vor Küste Irlands

4. März 2014
By | Source: Greenpeace Blog

Ein alter Bekannter lässt wieder von sich hören: Die Margiris, manchen auch unter dem zeitweiligen Namen „Abel Tasman“ bekannt, ist in irischen Gewässern angekommen. Tatsächlich war es nur eine Frage der Zeit, bis der Supertrawler – mit 143 Metern Länge der zweitgrößte Fischstaubsauger der Welt — wieder auf Beutezug gehen würde. Das Schiff gehört zur Flotte der “Pelagic Freezer Trawler Association”, zu der auch acht Fischereimonster unter deutscher Flagge gehören.

In irischen Gewässern rüstet sich die Margiris jetzt für die Fangsaison auf den Blauen Wittling (Micromesistius poutassou). Der Fisch wird zu einem großen Teil zu Fischmehl verarbeitet und in der Tiermast verfüttert.  Irische Fischereiverbände schlagen derweil Alarm. Kein Wunder, denn die Fangkapazität der Margiris ist erschreckend: Das Netz ist größer als ein Fußballfeld und so lang wie ein Wolkenkratzer hoch!

Greenpeace-Aktivisten protestieren auch vor der Küste Mauretaniens gegen den Supertrawler Margiris

Protest gegen Margiris in mauretanischen Gewässern

Die europäische Kommission sollte dringend prüfen, ob beim “Zurückflaggen” der Margiris in das europäische Flottenregister alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Denn eigentlich sollte es für die Betreiber viel schwieriger sein, ihre Schiffe wieder unter die Flagge eines europäischen Mitgliedsstaates zu bringen, wenn sie das EU-Flottenregister verlassen haben. Genau dies ist bei der “Margiris” der Fall. Um den wütenden Protesten von australischen Fischern und Umweltschutzverbänden zu entgehen, wurde das Schiff zwischendurch kurzerhand in “Abel Tasman” umgetauft und unter die australische Flagge gebracht. Ein Kniff, der zumindest dort nichts nützen sollte! Der australische Premier Tony Abbot erteilte der Überfischung eine klare Absage: Dem Schiff wurde die zuvor erteilte Fanglizenz wieder entzogen, zudem muss es sich an ein zweijähriges Moratorium für australische Gewässer halten.  Wir hatten zuvor gemeinsam mit lokalen Kleinfischereiverbänden verstärkt gegen den Supertrawler protestiert (Eindrücke vom Protest im englischsprachigen Video). Zu einem generellen Verbot solcher Supertrawler konnte sich die australische Regierung leider nicht durchringen.

Greenpeace fordert ein Ende von Supertrawlern wie die “Margiris” und ein Gesundschrumpfen der viel zu großen europäischen Fangflotte. Und wir bleiben dran — wir konnten die Margiris bereits vor der Küste Westafrikas aufspüren, wo sie den Menschen im großen Stil die Nahrung wegfischt. In Häfen in Chile und den Niederlanden empfingen Greenpeace-Aktivisten die Margiris ebenfalls mit Protesten!

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