Die zweite Nacht auf dem Ölbohrschiff

25. Februar 2012
By | Source: Greenpeace Blog

Viv, eine der Aktivistinnen auf dem Ölbohrschiff Noble Discoverer, berichtet im Blog von Greenpeace Neuseeland direkt von der Aktion im Hafen von Plymouth, Neuseeland:

Greenpeace-Aktivisten machen sich für die zweite Nacht auf dem Ölbohrschiff Noble Discoverer bereit- (c) Greenpeace Neuseeland

Greenpeace-Aktivisten machen sich für die zweite Nacht auf dem Ölbohrschiff Noble Discoverer bereit- (c) Greenpeace Neuseeland

Wir sind am Ende des zweiten Tages angelangt, an dem wir uns auf dem Turm des Ölbohrschiff Noble Discoverer aufhalten. Es gibt einen ziemlich spektakuläres Panorama von hier oben zu sehen — im Süden lümmeln sich Robben am Strand und im Westen schlagen Wellen gegen die kleinen Inseln.

Wenn man direkt nach unten guckt, ist es schon sehr viel weniger schön. Als ich gestern früh den Bohrturm hoch bin, dachte ich, dass ich noch nie an so einer hässlichen Oberfläche geklettert bin. Das Wort “Rostlaube” hatten wir alle mehr als einmal auf den Lippen. Es ist eine beängstigende Vorstellung, dass sie mit dieser alten Mühle in die Arktis wollen — mal ganz davon zu schweigen, was sie dann damit vor haben.

Ein paar Arbeiter sind auch noch an Bord — nicht ansatzweise so viele, wie ohne unsere Anwesenheit da wären. Die Polizei ist auch immer mal wieder an Bord gewesen. Mir kommt es vor, als würde uns die ganze Zeit jemand mit Ferngläsern beobachten. An diesem Nachmittag bin ich die Zugangsleiter herunter geklettert, um zu sehen, ob unsere Schlösser noch da sind. Als ich unten war, konnte ich drei Polizisten sehen (…). Sie müssen sich fragen, wie um alles in der Welt sie uns hier herunter kriegen sollen

Wir wissen natürlich, dass wir nicht ewig hier oben bleiben können, aber im Moment haben wir es warm und trocken, wir haben Proviant und wir sind zusammen. Und 100.000!! Menschen aus der ganzen Welt haben uns schon unterstützt, was einen demütig macht und Mut gibt. (…)

Als die Polizei gestern den Turm bis auf halbe Strecke hochgekommen war, um mit mir zu reden, waren die Polizisten sehr ruhig und respektvoll. Sie haben mir erklärt, dass wir alle festgenommen werden, weil wir unerlaubterweise auf einem Schiff seien. Ihre Hauptsorge schien jedoch unsere Sicherheit zu sein. Greenpeace hat eine gute Beziehung zur Polizei hier in Neuseeland, weil unsere Aktionen immer sicher und friedlich ablaufen und wir immer die Verantwortung für sie übernehmen. Wir wissen, dass die Polizisten nur ihre Job machen. Wir hoffen, dass sie wissen, dass wir auch einen ziemlich großen Job machen müssen.

Ich frage mich, was morgen passiert, aber jetzt ist es an der Zeit für mich, ein wenig zu schlafen. Das ist gar nicht so leicht — 50 Meter über Deck.

Unterstützt Viv und die anderen Aktivisten mit unserer Mitmachaktion und schreibt eine Protestmail an Shell!

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