CCAMLR: Russland verhindert erneut Meeresschutz in der Antarktis

1. November 2013
By | Source: Greenpeace Blog

Erneut endet ein Jahrestreffen der Antarktischen Schutzkommission in Hobart / Australien ohne eine klare Entscheidung  für den Meeresschutz. Auf der sogenannten CCAMLR, der „Commission for the conservation of Antarctic Marine Living Resources” lag nicht weniger auf dem Tisch als die Einrichtung der größten Meeresschutzgebiete weltweit. Und zum wiederholten Mal scheiterte die Entscheidung  an den Fischereiinteressen einer Minderheit im Teilnehmerkreis: Ukraine und Russland*. Der CCAMLR gehören 24 Mitgliedsstaaten und die EU an. Da aber dieses Gremium im Konsens entscheidet, halfen auch die diplomatischen Versuche der Mehrheit nicht.

Die russische Delegation hat sich auf der CCAMLR erneut wenig verhandlungsbereit gezeigt. Bereits 2012 und im Juli 2013 blockierte Russland mit seiner Stimme die Einrichtung des weltweit größten Netzwerks an Meeresschutzgebieten.  Mit der Einrichtung der Schutzgebiete, eins in der Ross See, eins in der Ostantarktis, hätten fast drei Millionen Quadratkilometer** unter Schutz gestellt werden können. Hätte, könnte, wäre — ist aber nicht.

Länder wie Russland müssen endlich ihre Blockadehaltung beim Meeresschutz aufgeben. Wir sind unseren nachfolgenden Generationen verpflichtet, jetzt die Weichen für eine lebenswerte Umwelt zu stellen. Unsere Meere brauchen dringend Schutz vor der industriellen Ausbeutung!

Auf dem CCAMLR-Treffen hätte Russland die Chance gehabt, einen wichtigen Schritt für den Antarktisschutz zu machen.  Doch das russische Veto ist konsequent umweltfeindlich – denn am gegenüberliegenden Pol gefährden russische Ölfirmen mit riskanten Ölförderungen die Meeresumwelt der Arktis.  Auch dort ist man resistent gegen jede Form von  Klima- und Meeresschutz.  Als unsere Aktivisten vor über einem Monat friedlich in der Arktis gegen die Förderung von arktischem Öl protestierten, setzte Russland sie sofort unrechtmäßig fest – sie sitzen bis heute in Untersuchungshaft. Den 28 Aktivisten und 2 Journalisten drohen mehrjährige Haftstrafen.

Zurück zur CCAMLR: Die nächste Chance, den mehr als 10.000 antarktischen Tier- und Pflanzenarten den dringend notwendigen Schutz zu geben, den sie verdienen, ergibt sich erst wieder in einem Jahr, wenn sich die CCAMLR erneut in Hobart trifft. So schwer es ist, die Hoffnung nicht aufzugeben –  wir bleiben dran!


Quelle des Videos: Antartic Oceans Alliance — ein Verbund von zahlreichen Meeresschutzorganisationen, dem auch Greenpeace angehört.

Aufgrund von User-Nachfrage >> Nachtrag 1.11.13, 17:36 Uhr:
*Russland und Ukraine blockierten beide Schutzgebietsvorschläge; China entzog seine Zustimmung zu dem Ostantarktisproposal wieder.
**Der Antrag der USA und Neuseeland bezog sich auf ein Schutzgebiet im Ross Meer über 1,25 Millionen Quadratkilometer, dieser Vorschlag wurde kurz vor dem Treffen in Hobart abgeschwächt, da eine größere Schutzzone bei der CCAMLR-Abstimmung wenige Monate zuvor gescheitert war. Die von Australien, Frankreich und der EU vorgeschlagene Schutzzone in der Ostantarktis sollte 1,6 Millionen Quadratkilometer abdecken.

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