Wie viel CO2 ein Baum in welchem Zeitraum bindet, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören die Baumart, das Alter des Baumes, die Holzdichte oder die Zuwachsrate. Außerdem hängt es auch vom Klima, der Bodenqualität oder der Wasserversorgung ab, so dass allgemeingültige Aussagen schwierig sind. Grob kannn man jedoch festhalten: Eine Buche speichert in 80 Jahren rund eine Tonne CO2 (Quelle: “Tu was! 77 Tipps für eine bessere Welt”. Die durchschnittliche Emissionen eines Deutschen liegen bei rund 11 Tonnen. Jährlich!
Viele Bäume machen einen Waldbestand aus. Je länger er wachsen darf, desto mehr CO2 nimmt er auf. Unsere Wälder sind in Deutschland mit durchschnittlich 330 Vorratsfestmeter (d.h. gemessen mit Rinde, Angabe des Holzvorrates eines stehenden Baumes oder eines stehenden Waldes) weit von dem Vorrat von natürlichen Laubwäldern entfernt, die weit über 800 Vorratsfestmeter und damit mehr als doppelt soviel CO2 speichern können.
Das in der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt (NBS) erklärte Ziel der Bundesregierung, fünf Prozent der Gesamtwaldfläche Deutschlands — und darin zehn Prozent der öffentlichen Bundes- und Landeswaldflächen — von forstlicher Nutzung freizumachen, wäre demnach ein großer Beitrag zum Klimaschutz.
Bisher sind das jedoch nur schöne Reden: derzeit können sich auf weniger als ein Prozent der Waldflächen natürliche Prozesse ohne menschlichen Eingriff entwickeln. Stattdessen wird munter weiter eingeschlagen - und die alten Buchenwälder so aus Profitinteressen zerstört.
Martin Kaiser, Waldexperte bei Greenpeace, sagt dazu: “Der Einschlag alter Buchenwälder, ohne diese auf zehn Prozent der öffentlichen Wälder zu schützen und auf 90 Prozent ökologisch zu bewirtschaften, ist nicht nur ein Vergehen an unserem Naturerbe, sondern auch am Klimaschutz”.
Einst bedeckten natürliche Buchen- bzw. Buchenmischwälder in Deutschland eine Fläche von rund 23 Millionen Hektar (entspricht etwa 66 Prozent der heutigen Bundesfläche). Der aktuelle Buchenwaldbestand umfasst dagegen nur noch 1,565 Millionen Hektar (= 4,5 Prozent der heutigen Bundesfläche oder 7 Prozent des ursprünglichen Buchenwaldareals in Deutschland!). Das einst fast geschlossene Areal weist somit in den einzelnen naturräumlichen Bereichen heute zum Teil große Lücken auf.
Was könnt ihr konkret tun, um das Klima zu schützen?
- Euer CO2-Fußabdruck sollte möglichst gering sein. Wer wissen möchte, welche Auswirkungen das persönliche Verhalten auf das Klima hat, kann seinen CO2-Ausstoß hier testen.
- Seid ihr eher Klima-Ballerina oder Klima-Saurus? Der Arbeitskreis “Umwelt und Wirtschaft” der Hamburger Greenpeace-Gruppe gibt auf der Facebook-Seite Klima Ballerina Tipps rund um das Thema Klimaschutz.
- Es gibt viele Wege, das Klima zu schonen: In unserem Verbraucherratgeber sind die wichtigsten zusammengefasst.
- Pflanzt einen Baum! Aktionen und Hilfe gibt es über wikiwoods.org.
- Macht ehrenamtlich bei Greenpeace mit: Greenpeace-Gruppen, Greenteams, Jugend-AGs und das Team 50plus unterstützen bundesweit kreativ, engagiert, und erfolgreich Greenpeace-Kampagnen, -Themen und -Projekte. Auch in deiner Nähe!
- Startet eure eigene Kampagne zum Schutz der Wälder auf unserer Mitmach-Community Greenaction oder macht bei einer der bestehenden Kampagnen zum Thema Wälder mit.
Informiert euch über unsere Kampagne “Stoppt die Säge — Schützt unsere alten Buchenwälder!” und erfahrt in unserer Blogreihe aktuelle Entwicklungen und Hintergründe zu der Kampagne sowie Wissenswertes rund um unsere alten Buchenwälder!

